Männerchromosom oder wo der Verstand wächst, weichen die Haare

Glatze, dank Männer-Chromosom, Glatzen-Gen oder Weisheit?

Mythos Glatze

Männer mit Glatze sind mit Gründen der Rechtfertigung zu ihrem Haarverlust recht erfinderisch. So gibt es diejenigen die sich dem alten Sprichwort, wo der Verstand wächst, weichen die Haare, rechtfertigen und rühmen. Obwohl es zu dieser Behauptung keinerlei wissenschaftliche Grundlage gibt. Selbst mein eigener Vater nahm diesen Spruch gern zum Anlass über seinen schmerzhaften Verlust des Haupthaares hinwegzutäuschen. Aber das habe ich ja unter „Je oller, desto doller“ bereits erwähnt.

Ursache Glatze noch nicht komplett erforscht

Auch liest man hin und wieder vom sogenannten Glatzen-Gen, welches Wissenschaftler für die Ursache der Glatzen-Entstehung verantwortlich machen. Jedoch herrscht in Sachen Glatze immer noch ein immenser Forschungsbedarf zur eindeutigen Ursachenklärung. Dachte man lange Zeit, dass Väter mit Glatze ihren Söhnen den späteren Haarverlust vererben, so weiß man heute ganz sicher, dass die Mütter die Glatze weiter vererben und nicht der Vater. Ursächlich ist hierfür das Männer-Chromosom. Was sich wie folgt erklärt.

Warum die Mutter die Glatze vererbt

Jeder Mensch besitzt in etwa 25000 unterschiedliche Gene. Diese Gene sitzen auf Chromosomen, besser gesagt auf Chromosomen-Paaren, denn jedes Chromosom liegt in doppelter Ausführung vor. Nur eines dieser Chromosomen-Paare ist beim Mann ungleich. Es handelt sich hierbei um das XY-Chromosom. Denn bei der Zeugung hat das Spermium des Vaters über das jeweilige Geschlecht des zukünftigen Kindes entschieden, denn die Eizelle der Mutter vererbt immer nur ein X-Chromosom. Wohingegen das Spermium des Vaters unterschiedlich programmiert ist und sowohl ein X-Chromosom, als auch ein Y-Chromosom vererben kann. So entsteht aus der Weitergabe eines X-Chromosom ein Mädchen und beim Weitergeben vom Y-Chromosom ein Junge.

Das Y-Chromosom ist genetisch gesehen das Schwächere der beiden Chromosomen, auch wenn aus ihm einst ein stattlicher Mann werden kann. Denn während das X-Chromosom in etwa tausend Geninformationen bereitstellt, so bringt es das Y-Chromosom gerade mal noch auf 80 Gene. Im Laufe der Evolution wurde das sogenannte Männer-Chromosom immer kleiner und somit verringerte sich auch die Anzahl der vorzuweisenden Gene. Prinzipiell sind kleinere Genfehler kein Problem, zumindest bei 22 der 23 Chromosomen-Paare, denn bei den 22 gleichen Chromosomen-Paaren wird ein Genfehler durch den Zwilling des Chromosoms automatisch ausgeglichen. Dies ist leider beim 23 Chromosomen-Paar, dem XY-Chromosom, nicht möglich, da sie einfach zu ungleich sind. Diese Ungleichheit schließt die gegenseitige automatische Hilfe bei Genfehlern, wie bei den 22 gleichen Chromosomen-Paaren möglich ist, aus.

Und so wendet das Y-Chromosom einen cleveren Trick an. Die wichtigsten Erbinformationen liegen im Y-Chromosom in mehreren Kopien vor. Ist also eine Erbinformation unbrauchbar, da defekt, wird diese durch eine Kopie der jeweiligen Erbinformation ersetzt. Soweit so gut, doch leider betrifft dies nicht das Glatzen-Gen. Das Glatzen-Gen kann leider nicht durch eine Kopie ersetzt werden, da es auf dem X-Chromosom liegt. Und so steht unumstößlich fest, die Mutter vererbt die Glatze und nicht wie lange Zeit gedacht der Vater.

Viele vorhandene Gene auf dem X-Chromosom sind nur für Männer und deren Entwicklung brauchbar. Sind diese Geninformationen nun fehlerhaft, werden sie unbrauchbar, wie eben das Glatzen-Gen.

Bei Frauen kann das vorliegende zweite X-Chromosom meist die fehlerhaften Gene ausgleichen. Das funktioniert bekannterweise beim Mann nicht und sie bekommen wegen dem fehlerhaften Glatzen-Gen eines Tages ihre Glatze. Wer als jetzt schon mal langsam mit dem Gedanken anfreunden möchte, ob er später eventuell eine Glatze bekommt oder nicht, sollte sich den Stammbaum der Mutter etwas genauer anschauen. Sprich, hat der Opa, also der Vater der Mutter eine Glatze, könnte in der Familie ein verändertes X-Chromosom vorliegen, welches bereits weitervererbt wurde oder eventuell weitervererbt wird. Aber keine Angst, es muss nicht sein, dass die Mutter das Glatzen-Gen weitervererbt. Die Chancen dafür stehen immer noch 50 : 50.

Und zur Not gibt es ja immer noch den Spruch: „Wo der Verstand wächst, weichen die Haare!“ Der macht ja auch einfach vielmehr her. Oder!?

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